Neuer Vikariatsrat im Dekanat Retz-Pulkautal

Unser neuer Vikariatsrat hat sich konstituiert.

 

Wahl der Dekanatsvertretung zum Pastoralen Vikariatsrat:

Ulrike Fischer

 

Ulrike FischerDie Erzdiözese Wien gliedert sich in 3 Vikariate (Nord, Stadt Wien, Süd), weiter in 54 Dekanate und schließlich in 631 Pfarren (April 2019).

Wie jede Pfarre ihren „pastoralen Pfarrgemeinderat hat“ hat, so jedes Vikariat seinen „Pastoralen Vikariatsrat“, kurz PVR. Der PVR ist jenes Gremium, das den Bischofsvikar, im Weinviertel ist das BV Weihbischof Stephan Turnovszky, „mitverantwortlich unterstützt und die pastoralen Fragen zusammen mit ihm berät und entscheidet und sich um ihre Durchführung sorgt.

Am 5. April 2019 wählten die stellvertretenden Vorsitzenden Pfarrgemeinderäte Ulrike Fischer als die Vertreterin des Dekanats Retz-Pulkautal. Sie stellt sich hiermit allen im Dekanat vor:

Dechant Mag. Clemens Beirer: Ich gratuliere Ihnen zur Wahl in den Pastoralen Vikariatsrat. Was bedeutet diese Wahl für Sie?

Ulrike Fischer: Zuerst möchte ich mich bei allen bedanken, die mir durch ihre Stimme Ihr Vertrauen geschenkt haben. Ich möchte mich auch bei Ihnen bedanken; Sie haben mich ermutigt, zu kandidieren.

Der pastorale Vikariatsrat ist ein Gremium, in dem wir als Vertreter der Dekanate sehr nahe an den Überlegungen des Bischofsvikars sind und somit die Möglichkeit haben, von unserer pastoralen Basis in den Pfarren mit dem Bischof aus der Leitung der Diözese zusammenarbeiten zu dürfen. Ich denke, es ist für beide Seiten eine Bereicherung, in dieser Konstellation zu arbeiten. Es ist eine Chance, bei aktuellen Themen, die unser Dekanat und unsere Pfarren betreffen, mitgestalten zu können und unsere Ideen, Wünsche aber auch Bedenken direkt mit unserem Bischofsvikar besprechen zu können bzw. Lösungen ausarbeiten zu dürfen. Um dies für unser Dekanat bestmöglich tun zu können, freue ich mich über jede gute Anregung meiner Pfarrgemeinderatskollegen unseres Dekanats.

C.B.: Seit wann engagieren Sie sich in der Kirche?

U.F.: Kirche und Pfarre sind seit meiner Kindheit in meinem Leben sehr stark verankert, aber in dieser Intensität wie zurzeit engagiere ich mich, seit ich im Pfarrgemeinderat Pulkau bin.

C.B.: Woher kommen Sie?

U.F.: Ich komme ursprünglich aus Obermarkersdorf und bin nach meiner Hochzeit mit meinem Mann Ludwig nach Hollabrunn gezogen. Seit 2009 wohnen wir in Pulkau.

C.B.: Was machen Sie beruflich?

U.F.: Ich arbeite seit 33 Jahren in der Volksbank in verschiedenen Geschäftsstellen und unterschiedlichen Funktionen zurzeit Hollabrunn.

C.B.: Was bedeutet Ihnen der Glaube?

U.F.: Meinen Glauben empfinde ich als großes Geschenk, das mir gegeben wurde, der in mir eine Sehnsucht nach Gott auslöst. Diese Sehnsucht verspüre ich nicht als Gefühl, sondern mehr als Kraft.

C.B.: Wo haben Sie Glauben / Gebet als Stärkung erlebt?

U.F.: Es sind keine punktuellen Erfahrungen, vielmehr ein immerwährendes Gefühl des Aufgehoben-Seins in Gott, gepaart mit einem Gottvertrauen.

C.B.: Wie erleben Sie den diözesanen Entwicklungsprozess?

U.F.: Der Wunsch vieler Gläubigen, die Kirche solle sich weiterentwickeln, mit der Zeit gehen und sich auf die veränderten Lebenssituationen der Menschen anpassen, ist immer wieder zu hören. Die praktizierenden Christen und auch aktiven Priester werden weniger und unsere Infrastruktur ist immer noch die alte.

Viele kritisieren die Strukturen der katholischen Kirche, aber wenn die Veränderung bei uns selber bzw. unseren Pfarren stattfindet, soll doch alles beim Alten bleiben. Der diözesane Entwicklungsprozess ist ein zaghafter Versuch, Veränderung anzustoßen.

C.B.: Nicht alle lieben Veränderungen ….

U.F.: Weihbischof Stefan Turnovszky hat dazu in seinem Hirtenbrief zu Ostern sehr gut den jüngst verstorbenen Lyriker und Priester Lothar Zenetti zitiert:

„Inkonsequent“

Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche.
Sie werden antworten: „Die Messe.“

Frag hundert Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe.
Sie werden antworten: „Die Wandlung.“

Sag hundert Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist.
Sie werden empört sein: „Nein, alles soll bleiben wie es ist.“

U.F.: Sich immer wieder selbst anschauen, zu reflektieren, seine Meinung auch ändern dürfen, sich weiter entwickeln, Kritik annehmen, das gilt nicht nur für jeden einzelnen Menschen, sondern auch für die Kirche und für unsere Pfarren, also in letzter Konsequenz wieder für jeden einzelnen von uns, denn wir sind Kirche.

C.B.: Wie erleben Sie Veränderung?

U.F.: Die Veränderungen, die wir in unserer Diözese erleben, sind für mich eine neue Chance, Kirche lebendiger zu gestalten, aus alten Verhaltensmustern ausbrechen zu dürfen, über den eigenen Tellerrand der Pfarre hinauszuschauen, neue Kontakte zu knüpfen, von anderen zu lernen bzw. sich auszutauschen, Gleichgesinnte in der persönlichen Glaubensausübung zu finden und vieles vieles mehr.

C.B.: Noch einige persönliche Fragen. Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

U.F.: Einen Großteil meiner Freizeit verbringe ich mit Tätigkeiten in der Pfarre. In der Jugendpastoral, Firmvorbereitung, Verwaltung, im Vermögensverwaltungsrat, in der Öffentlichkeitsarbeit, Meditationsgruppe und überall, wo ich gebraucht werde.

Darüber hinaus bewege ich mich sehr gerne in der Natur, gehe auf den Berg – sowohl im Sommer als auch im Winter, fahre Kanu, schwimme gerne. Ich reise sehr gerne in fremde Länder und zu anderen Kulturen, ich koche gerne und bin generell gerne unterwegs und lerne gerne neue Menschen kennen.

C.B.: Und wie erholen / entspannen Sie sich?

U.F.: Ich schlafe viel und meditiere. Ich bin ein sehr aktiver Mensch, der gerne unter Menschen ist, aber ich brauche auch Rückzug und Stille. Ich habe vor vielen Jahren das Glück gehabt, Schwester Huberta Rohrmoser kennen zu lernen, eine Karmelitin, die mir das kontemplative Gebet näher gebracht hat. Es ist eine schlichte, uralte mystisch-christliche Meditationsform, die das schweigende, absichtslose Verweilen vor Gott lehrt. Wir kommen in Berührung mit uns selbst und somit auch mit Gott, der in uns wohnt, wie es auch Paulus sagt. Wir kehren gestärkt in den Alltag zurück und können uns wieder mit Freude unseren Mitmenschen und unseren Aufgaben zuwenden.

C.B.: Was essen / lesen / hören … Sie gerne?

U.F.: Ich esse gerne scharf, würzig und wenn möglich vegetarisch. Ich lese gerne theologische, mystische und philosophische Literatur und ich habe keinen bestimmten Musikgeschmack.

C.B.: Ich danke Ihnen für das Interview und wünsche Ihnen für Ihre Tätigkeit in der Kirche alles Gute und Gottes Segen!

U.F.: Ich danke ebenfalls.

 

Das Interview mit Frau Ulrike Fischer befindet sich auch im aktuellen Pfarrbrief, der auch hier zum Download bereitsteht.

Fritz Lawitzka

 

Weiterführende Informationen

Nähere Informationen zum neuen Vikariatsrat:
www.bildungshaus.cc/vikariat/20/articles/2009/05/14/a3329/

 

Pfarrbrief Aktuell

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