6. Jänner:
Hochfest der Erscheinung des Herrn
Die „Heiligen Drei Könige“

Am 6. Jänner feiern wir das Hochfest der Erscheinung des Herrn. Ursprünglich war damit die Geburt Christi gemeint. Heute erinnern wir uns an die ersten Heiden, die Jesus als Messias erkannt haben - die Sterndeuter, die die "Heiligen Drei Könige" genannt werden.

Um den 6. Jänner ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus und verkünden die Geburt Christi.
Sie nennen sich die Heiligen Drei Könige mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar. -
Doch von ihnen findet sich kein Hinweis in der Bibel.

 

Die Sterndeuter

„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war,
kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem...
Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter;
da fielen sie nieder und huldigten ihm.
Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm
Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar." (Mt 2,1-12)

Es sind drei Gaben, die Jesus gebracht werden. Daraus wurde der Schluss gezogen, dass es drei Männer gewesen sein müssen. Weil Gold, Weihrauch und Myrrhe extrem kostbar waren, folgerte man weiter, dass die Männer Könige gewesen sein müssen. So wurden aus den „magoi", wie sie auf Griechisch heißen, die „Heiligen Drei Könige“.

Magoi wird im Griechischen allgemein für Magier verwendet, aber auch konkret für die iranisch-medische Priesterkaste aus dem medischen Priesterstamm der Mager, die als Astrologen, Ärzte, Priester und Gelehrte bezeichnet werden.

Verschiedene Darstellungen (ab ca. 800 – 1000 n. Chr.)

Die Könige werden unterschiedlich dargestellt:
Manchmal sieht man sie in drei verschiedenen Hautfarben: schwarz, weiß und gelb.

Sie stehen für die Kontinente Europa, Asien und Afrika, die man im Mittelalter kannte.
Der „rote" Kontinent, Amerika, war noch nicht entdeckt. - Die ganze damals bekannte Welt erkennt Christus.

In anderen Varianten sind drei unterschiedlich alte Männer dargestellt:
Ein alter mit weißem Haar und weißem Bart, ein Mann im mittleren Alter mit schwarzem Haar und schwarzem Bart und ein Jugendlicher ohne Bart.
Diese drei, die wie eine Familie wirken, stehen für die Generationen Menschen aller Altersgruppen haben Christus erkannt:

Er ist der Erlöser aller Menschen.

Die Geschenke

Die Sterndeuter bringen Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Sie sind teuer und weisen in ihrer Symbolik auf die Königswürde und die Göttlichkeit Jesu hin:

• Gold ist das Zeichen für den König der Welt,
• Weihrauch das Zeichen für den himmlischen König,
• das bittere Gewürz Myrrhe ist ein Hinweis auf das Leiden und Sterben Jesu.

Die Sterndeuter haben bereits erkannt, wer dieses Kind ist.
Dass es einst für die Menschen sein Leben geben wird.

Die Namen

Die Namen der Männer wurden auf Caspar, Melchior und Balthasar gedeutet

• Caspar ist persisch für "Schatzmeister". - Er ist derjenige, der das Gold überbringt.
• Melchior heißt auf hebräisch "König des Lichts". - Deshalb überreicht er Jesus den Weihrauch.
• Balthasar ist hebräisch für "Schütze das Leben des Königs". - Er überbringt die bittere Myrrhe.

Die Anfangsbuchstaben der Namen C-M-B, die von den Sternsingern auf den Türstock geschrieben werden, haben eine andere Bedeutung:

Christus Mansionem Benedicat - Christus segne das Haus.

Verehrung

Dreikönig-Schrein im Kölner Dom.
Die heilige Helena fand auf einer Pilgerfahrt in Palästina Ende des dritten Jahrhunderts Gebeine, die als jene der Heiligen Drei Könige verehrt wurden. Sie brachte sie nach Rom. Jahrzehnte später wurden sie vom Kaiserhaus nach Mailand verschenkt. 1164 schließlich wurden sie feierlich nach Köln überführt.

Kaiser Friedrich Barbarossa schenkte sie nach der Eroberung von Mailand dem damaligen Erzbischof, Rainald von Dassel, für immense Verdienste. Im Kölner Dom liegen sie bis heute.

Gedanken zum Tag:
Sternstunden sind Momente, die ein Leben weiterbringen. Sie zeigen die Richtung an, in die man gehen kann, ja, förmlich muss, wenn man nicht die Chance seines Lebens verspielen will. Eine Sternstunde entschlüsselt also das Dunkel meines Lebens, das noch vor mir liegt. Solche Sternstunden braucht jede und jeder für das eigene Leben und hat sie auch. Von so einer Sternstunde, die Leben in eine neue, völlig fremde Richtung führt, erzählt auch das Evangelium heute. Weise Männer, Sterndeuter werden sie bei Matthäus genannt, sehen dort, wo sie leben, einen Stern aufgehen. Und da spüren sie: Hier geht unser Leben weiter; das ist der Weg, der uns dort hinführt, wo unser Ziel ist. Es lohnt sich, auf diesen Stern zu setzen, denn da finden wir, was unser Leben zusammenhält. […] Für die Weisen war die Begegnung mit dem Kind in der Krippe die Sternstunde ihres Lebens. Und für uns heute, im Jahr 2016?

Ludger Schepers, Weihbischof in Essen

Einige Gedanken zum NACH-DENKEN

Fritz Lawitzka, 04.01.2016

 

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