Geplante Änderungen im Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG)
und deren gesellschaftlich riskanten Folgen

„Merkwürdig still werden manche Entscheidungen getroffen – auch und gerade solche, die eigentlich alle betreffen. Kürzlich gab es eine große Aufregung, dass Herr Gabalier unsere Bundeshymne im ursprünglichen Wortlaut sang – aber wurden wir je über die sonderbare „gendergerechte“ Änderung der Bundeshymne befragt? Das kann man vielleicht als Kleinigkeit einstufen, anderes wohl nicht.

Durch das Durchbrechen des Hippokratischen Eides am Lebensanfang wurde die Scheu vor der Tötung von Menschen grundsätzlich durchbrochen – hier wird auch in Österreich die aktive Euthanasie immer mehr propagiert, verschwiegen werden die Zusatzprobleme (Zerstörung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patienten; Druck auf Todkranke, sich euthanasieren lassen zu müssen, um den Verwandten / der Gesellschaft nicht zur Last zu fallen; Tötung auch ohne Einwilligung – in den Niederlanden bereits 32 %). ... Über diese Fragen wird wenig informiert, schon gar nicht abgestimmt.“ (Sr Dr. Katharina Deifel)

Geplante Änderungen und Bedenken im Überblick:

Das von den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP vorgeschlagene Gesetz, das am 21. Jänner zur Abstimmung im Parlament gelangen wird, sieht vor:

  • die Samenspende eines fremden Mannes nicht nur für heterosexuelle Paare vorzusehen, wo die Fortpflanzungsfähigkeit des Mannes beeinträchtigt ist, sondern auch für Frauenpaare, also dort, wo es von vornherein keinen Mann gibt.
  • die Einführung der Eizellenspende
  • die Einführung der Präimplantationsdiagnostik (PID) – also in der In-Vitro-Fertilisation die Untersuchung von Embryos um festzustellen, welche Embryos in die Gebärmutter eingepflanzt werden sollen und welche wegen eines Gendefektes getötet oder auf zehn Jahre eingefroren (und dann getötet) werden sollen.

Die wichtigsten Bedenken:

Die Tür wird weit geöffnet für die technische Umsetzung des „Rechtes auf ein Kind“ mit Methoden, die gegen die Menschenwürde verstoßen:

  • Die Präimplantationsdiagnostik heilt nichts. Es geht immer darum, Embryonen zu erzeugen, die bei möglichen genetischen Defekten aussortiert, das heißt getötet werden. Das Töten menschlichen Lebens wird damit legitimiert und eine medizinische Selbstverständlichkeit.  
  • Für Eizellenspenderinnen gibt es gesundheitliche Risiken, die meist unter den Tisch gekehrt werden. Der Ausbeutung von Frauen, die aus materieller Not in die Prozedur einer Eizellenspende einwilligen, droht.
  • Kinder haben ein Recht auf Vater und Mutter. Die Samenspende für Frauen, die ein Paar bilden, schließt den Vater von vornherein aus. Was das an Langzeitfolgen für die Identität der Kinder hat, ist noch völlig unbekannt.
  • Der Entwurf stellt die Erfüllung des Kinderwunsches vor die Interessen des Kindes und vor den Schutz der eizellspendenden Frau. Die Erfüllung eigener Wünsche – auch so berechtigter wie des Wunsches nach einem Kind – darf nicht gegen die Würde und das Leben der kleinsten und schwächsten Beteiligten gehen, der geborenen und der ungeborenen Kinder.

Was kann man tun?

  • Sich informieren (siehe die Stellungnahmen zum Download weiter unten und auf der Parlaments-Homepage)
  • Sich engagieren (etwa über die Forderung nach einer längeren Begutachtungsfrist des Gesetzes: www.kinderbekommen.at)

Die ausführlichen Stellungnahmen der Bischofskonferenz (BIKO), der Katholischen Aktion Österreichs (KA), des Katholischen Familienverbandes (KFÖ), der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs (AKV) finden Sie unten als Download.

SR Friedrich Lawitzka

 

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