Aufbruch wagen – miteinander gehen

Am Samstag, den 23.8.2014 sind mit dem Reisesegen von Pfarrer Clemens Beirer sechs Fußwallfahrerinnen, fünf Fußwallfahrer und zwei Fahrer mit ihren Begleitautos Richtung Mariazell aufgebrochen.

Fußwallfahrt nach Mariazell 2014

Die Fußwallfahrer Tage zuvor beim Aufbruch in Retz.

Der Auftrag Gottes an Abraham „Zieh weg aus deinem Land …  in das Land das ich dir zeigen werde“ (Gen 12,1-4), begleitete uns Pilger am ersten Tag von Retz über Zellerndorf, Klein Maria Dreieichen nach Sonnberg. Während des Rosenkranzgebetes und Zeiten des Schweigens haben wir an die Menschen gedacht, die uns Bitten und Wünsche mit auf dem Weg gegeben haben, und unsere eigenen Anliegen bedacht. Mit einem Gottesdienst in der Kirche in Sonnberg und der Begegnung mit einigen Sonnbergern, die uns alljährlich bewirten und ihren Pfarrhof für uns öffnen, beendeten wir diesen Tag.

Auch am 2. Tag begleitete uns Gottes Zusage an Abraham: „Ich will dich segnen!  Ein Segen sollst du sein!“ Unsere längste Tagesetappe von 43 km führte uns von Sonnberg über Niederrußbach und Tulln nach Sieghartskirchen bis  Rappoltenkirchen, wo wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben. Bei angenehmem Wanderwetter hatten wir auch Zeit für Gespräche zu zweit oder in kleineren Gruppen, um über eigene Aufbrüche, Aufbrüche in der Kirche und vieles mehr zu reden. Der ein oder die andere von uns spürte, dass der Weg allein zu weit wäre. Miteinander haben wir das Ziel gut erreicht und sind als Pilgergruppe zusammen gewachsen.

Gott und unseren Mitmenschen zu begegnen war für viele von uns der Grund, sich auf die Pilgerfahrt einzulassen. Abraham war offen für die Begegnung mit den drei Männern und glaubte an die Botschaft, dass seine Frau Sara zu der Zeit, die das Leben braucht, ein Kind bekommen wird (Gen 18,1-8). Wie sehr wir im Leben für Überraschungen offen und Gottes Wege von unseren Vorstellungen abgewichen sind,  das begleitete uns durch den  dritten Tag von Rappoltenkirchen über Eichgraben, Hochstraß, St. Corona am Schöpfl nach Kaumberg. Die vereinbarte Begegnung mit dem Pfarrer der 6 km entfernten Pfarre Hainfeld, P. Markus, freute uns alle.

An unserem 4. Wallfahrttag begleitete uns Mose, der dem Volk Israel und uns den Namen Gottes kundgetan hat: »Ich bin der „Ich-bin-da“« (Ex 3,13-22). Von Kaumberg durch das Adamstal und Annental nach Gries und Rohr im Gebirge folgten wir dem Wiener Wallfahrtsweg nach Mariazell und begegneten auch größeren und kleineren Pilgergruppen. In Rohr übernachteten wir im duftenden Heu und wurden von Wind und Regen geweckt.

Die Freude über das nahende Ziel hat uns durch den regenreichen Tag geführt von Rohr über die Kalte Kuchl nach St. Ägyd und auf das Gschaid. Und wir dachten an Maria, die auch eilends und fröhlich zu ihrer Verwandten Elisabeth ging und das Magnificat  - Meine Seele preist die Größe des Herrn gesungen hatte, so wie wir (Lk 1,39-56). Wir begegneten einer Wallfahrergruppe aus Weißenkirchen an der Perschling, mit ihnen probten wir am Abend die Lieder  für die Heilige Messe in der Basilika.

Am letzten Morgen spürten wir die Kälte. Hauben, Stirnbänder und Handschuhe wurden hervorgeholt. Dankbarkeit für unser Leben, für unsere gute Pilgergemeinschaft und für das fast erreichte Ziel Maria Zell stand im Mittelpunkt.

Die bedrückende SMS-Nachricht dieses Tages über die geplante Enthauptung von Christen und Christinnen im Nordirak hat uns traurig gemacht und gedrängt, den schmerzhaften Rosenkranz für unsere christlichen Brüder und Schwestern zu beten.

Am frühen Nachmittag zogen wir bei sonnigem Wetter in die Basilika Mariazell ein.  Beim Gnadenaltar feierten wir mit Pfarrer Beirer, Pilgern aus Weißenkirchen an der Perschling und jenen aus Retz, die gekommen waren, die Heilige Messe.

Die Fußwallfahrer gemeinsam mit Pfarrer Beirer vor der Basilika in Mariazell

Gemeinsames Gruppenfoto mit Pfarrer Beirer vor der Basilika in Mariazell.

Dankbar sind wir unserem ältesten Wallfahrer, der uns aufgrund 28 jähriger Erfahrung kundig den Weg geführt hat, ebenso jenen, die das Pilgerheft und die Meditationen gestaltet haben, jenen, die die Anzahl ihrer Fußwallfahrten nicht mehr zählen und jenen, die das erste Mal mit aufgebrochen sind. Vom 76-jährigen bis zum 22-jährigen war jedes Lebensjahrzehnt vertreten.

Besonderer Dank gilt unseren Fahrern, sie haben uns entlastet und für uns gesorgt. Täglich haben sie unser Gepäck ein und ausgeladen, eingekauft und uns an vereinbarten Stellen mit Getränken, Essen und einem trockenen Sitzplatz in Form eines Klappsessels versorgt. Wunderbare Augenblicke, herrliche Landschaften, tiefe Gespräche und das harmonische Miteinander in der Gruppe werden uns noch lange in unserem Alltag begleiten, stärken und erfreuen.

Renate Trauner

Mehr Bilder von unserer Fußwallfahrt in der Galerie:

Zum Nachlesen: Aufbruch nach Mariazell

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