15.05.2020 - Besorgungsdienst des Jugendtreffs Retz

Besorgungsdienst des Jugendtreffs Retz
Liebe Schwestern und Brüder!

Wenn wir als JTR eines können, dann ist es die Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit eine Menge junger Leute zu erreichen. Diese Fähigkeit hat sich v. a. in den letzten beiden Monaten, zurzeit unser aller Freundes COVID-19, als äußerst nützlich erwiesen.

Aber alles von vorne. Am 16. März, dem Tag, an dem die Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten sind, stellten wir als Vereinsvorstand erstmals die Idee des Besorgungsdienstes vor. Zugegeben, wir sind ein wenig von anderen Jugendorganisationen inspiriert worden, aber ich denke, gerade wenn es um solche positive Aktionen geht, ist kein Platz für die Diskussion, wem es zusteht, diesen Dienst anzubieten und wem nicht. Wie dem auch sei, erwartender Weise haben wir bei unseren Mitgliedern* schnell Unterstützung gefunden, sodass wir am selben Tag mit der Ausarbeitung eines Konzeptes anfangen konnten.

Das war dann wohl auch schon der zeitintensivste Teil dieser Aktion. Innerhalb weniger Tage musste festgelegt werden, wie Finanzierung, Wareneinkauf und Warenübergabe funktionieren sollen. Für unsere Helfer* ist ein Hilfsblatt erstellt worden, worin jegliche Fragen geklärt werden. Zeitgleich haben wir Werbung in Print- und Onlineformat erstellt und veröffentlicht.

Nun galt es einfach abzuwarten. Und es dauerte nicht allzu lange, und das eigens eingerichtete Telefon begann zu klingen. Die erste Kundschaft. Und sie soll nicht die letzte gewesen sein. In den letzten beiden Monaten betreuten wir mit 36 Helfern* 46 Menschen, die zur Risikogruppe zählen und somit nicht selbst einkaufen gehen sollten. Das mag beim ersten Hinhören als nicht recht viel erscheinen, aber wir müssen feststellen, dass wir nicht mehr allzu viel Ressourcen für mehr Menschen gehabt hätten. Wenn man für jemanden anderen zwei Monate lang mehrmals pro Woche einkaufen geht, ist das alles andere als eine Kleinigkeit. Das sagen wir nicht, um Mitleid zu erregen, sondern um aufzuzeigen, dass auch wir jungen Leute Zeit nicht unendlichfach haben, sondern sie uns auch für Dinge, die uns wichtig sind, nehmen.

Und es war wichtig. Leben retten war wohl noch nie so einfach. Das mag poetisch klingen, aber wenn diese 46 Leute uns nicht gehabt hätten, wäre die Sache für den* ein oder anderen* vielleicht anders ausgegangen. Dem sind sich diese Menschen auch bewusst, und so wurde keine Gelegenheit ausgelassen, sich bei uns zu bedanken, was wir natürlich sehr begrüßen. Ein ehrliches "Danke" ist immer noch das größte Lob.

Dem möchten uns wir als Vorstand natürlich anschließen und bedanken uns neben unseren Mitgliedern* auch bei allen externen HelferInnen, ohne jener Hilfe wir ab einem gewissen Zeitpunkt das Projekt nicht weiterführen hätte können. Ebenfalls ein großes Lob gilt der Gemeinde für die teilweise Übernahme der Vorfinanzierung sowie dem Eurospar Geschäftsführer Herrn Urban, der unsere Idee von Anfang an unterstützt hat. Natürlich ist unser Dienst hiermit nicht beendet, jene Menschen, die weiterhin unsere Hilfe brauchen, können auf uns zählen.

 

Liebe Grüße und alles Gute,

Samuel Lechner
Schriftführer des JTR

 

PS: Beim Foto wurde aufgrund dessen, dass es im Freien aufgenommen worden ist, auf MNS verzichtet, bei den Erledigungen haben wir natürlich MNS getragen.

 


142 Telefonseelsorge - Priesternotruf

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