12.05.2020 - Was bewirkt der Heilige Geist?

Diakon Mag. Christian SuchyLiebe Mitbürger in unserem Pfarrverband!

Joh 14,16-17: „Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit…“

Joh 14,26: „Der Beistand aber der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

Apg 1,8-9: „Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde. Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“

Wir bewegen uns in wenigen Tagen auf das Fest Christi Himmelfahrt zu, das mich und vielleicht auch Sie an diese Bibelstellen erinnert und erinnern soll.

Was bewirkt eigentlich der Hl. Geist?

Jede Antwort auf diese Frage ist unzureichend und doch schreibe ich einen Aspekt nieder.

Der Geist Gottes bewirkt etwas in dem, der ihn bittet, dass er in sein Leben komme.

Wenn wir um den Heiligen Geist bitten – und dazu lade ich Sie heute ganz besonders ein – kann der Geist Gottes in uns wirksam werden. Was er in uns wirkt, das beschreibt Paulus am ausführlichsten im Brief an die Galater 5, 22f.

„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede,
Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“

Für mich als Diakon ist Stephanus ein besonderes und herausragendes Beispiel, der uns in diesen Tagen nach Ostern in den unterschiedlichen Lesungen immer wieder vorgestellt wird.

Über Stephanus wird bei seiner Wahl gesagt, dass er ein Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist sei (Apg 6,5).

Drei Verse später heißt es: Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. In einem Streitgespräch kam man Stephanus nicht an, es heißt „aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen“ (Apg 6,10).

In einer glänzenden Verteidigungsrede wirft Stephanus den Führenden des Volkes Israel vor: Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Heiligen Geist widersetzt, eure Väter schon und nun auch ihr.

Es macht also etwas mit einem Menschen, ob er für den Geist Gottes offen ist oder sich diesem widersetzt. Sich dem Geist Gottes öffnen oder sich ihm widersetzen ist für den einzelnen vielleicht gar nicht immer in Worte zu fassen, und doch hat es Auswirkungen im Kleinen und im Großen.

Zwei Extreme begegnen uns im Leben des Stephanus. Er ist ganz offen und setzt sein Leben aus dem Glauben und der Kraft des Geistes für die anderen ein.

Das andere Extrem zeigt sich, wozu ein Mensch fähig wird, wenn er sich dem Geist Gottes immerzu verschließt, sogar widersetzt. Dieser Mensch wird fähig, den Nächsten, für den er sich einsetzen sollte, der Steinigung, dem Tod zu übergeben.

Bitten wir um den Geist Gottes, dass er nach und nach auch unsere alltäglichen Handlungen leite.

Ich empfehle ein Gebet täglich zum Hl Geist zu sprechen.

Diakon Christian Suchy


142 Telefonseelsorge - Priesternotruf

TOP