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Online Gottesdienste

Ich hör dir zu - Fastenzeit 2020

200 Jahre Clemens Maria Hofbauer

25.03.2020 - Corona-Zeiten:
24/7 Familie – Überlebensstrategien mit (kleinen) Kindern

Teresa Suttner-GatterburgVor knapp zwei Wochen verkündete der Bundeskanzler, dass strenge Maßnahmen notwendig seien, um die Verbreitung des Corona-Virus unter Kontrolle zu bekommen. Es ging ein Ruck durch die Öffentlichkeit und innerhalb der folgenden Tage wurde die Gesellschaft davon überzeugt, dass die persönliche Einschränkung zum Schutz der vulnerablen und älteren Menschen angezeigt sei.

Dankbarkeit

So auch wir und wir bereiteten uns mental auf die kommenden Wochen vor. Zuallererst waren und sind wir sehr dankbar, dass wir die Corona-Zeit auf dem Land lebend verbringen können. Platz, Garten und frische Luft und in der ersten Woche auch noch warmer Sonnenschein, machen das Leben (mit kleinen Kindern) jetzt viel einfacher. Wir sind dankbar, dass wir uns haben und nicht alleine sind, gerne zu Hause sind und es uns so gut geht. Dankbarkeit lenkt den Blick auf das Gute und macht fröhlich.

Sicherheit geben in Zeiten der Unsicherheit

Die Kinder waren begeistert, als wir ihnen sagten, sie dürften bis Ostern zu Hause bleiben. Sie fragten sehr interessiert, was es mit dem Virus auf sich hätte und wir erklärten ihnen so gut wir konnten die Lage. Sie fragten natürlich auch, ob sie Angst haben müssten und sie auch krank werden würden. Es leuchtete ihnen ein, dass zu Hause bleiben der richtige Weg sei. Die Hygieneregeln (ordentliches Händewaschen etc.) sind ihnen zusätzlich ein Instrument, selbst etwas zur ihrer Gesundheit beizutragen und sie fühlen sich dadurch sicher. Wusch man sich vor Corona mehr pro forma für Mami die Hände, ist es jetzt eine Möglichkeit, gesund zu bleiben und „die Viren runterzuspülen“. Es kann für uns Eltern schwer sein, Sicherheit zu geben, wenn wir selbst unsicher sind. Bestimmte Gewohnheiten und Tools wie Wissen über das Virus und Hygieneregeln können den Kindern Sicherheit vermitteln.

Gewohnter Tagesablauf – neue Regeln

Um das Familienleben in friedlicher Weise meistern zu können, gibt es bei uns bestimmte Regeln. In Ferien werden diese adaptiert, so auch jetzt während Corona. Zum Beispiel betrifft das Aufsteh- und Bettgehzeiten, gemeinsame Essenszeiten, Zeiten für Arbeit und Zeiten für Erholung. Der Alltag geht also, obwohl wir nicht ins Büro, Schule oder Kindergarten gehen, im gewohnten Rhythmus weiter. Der Vormittag ist für die Arbeit da, der Nachmittag frei. Während die Eltern an ihren homeoffice Arbeitsplätzen bzw. im Haushalt arbeiten, haben auch die Kinder ihre Aufgaben, die sie erledigen sollen. Da die Kinder wissen, dass ich am Nachmittag mit ihnen Zeit verbringen werde, sind sie am Vormittag geduldiger. Die gewohnte Struktur bringt Ruhe in unseren Alltag. Oft belächelt, bewährt sich mein „strenges Regime“ derzeit besonders. Neuerungen haben sich aber auch ergeben, wie z.B. die Schulapp „Anton“, mit der die Kinder bereits Gelerntes auffrischen und Neues lernen können. Das ist eine tolle Möglichkeit, erfordert aber auch Überlegungen zur Mediennutzung, damit das Tablet nicht den ganzen Tag über immer mal wieder zur Hand genommen wird. Dadurch ist mir aufgefallen, dass ich mein Handy seit Corona viel öfter als sonst benutze, um etwa aktuelle Corona-Entwicklungen nachzulesen. Da es für die Kinder ein schlechtes Vorbild ist, meine Aufmerksamkeit teilt, meine Zeit frisst, keine gute Laune macht usw. usw. liegt es jetzt wieder an seinem gewohnten Platz und wird zu geeigneten Zeiten gezückt, um Nachrichten zu bearbeiten oder gezielt Infos zu recherchieren.

Neues erlernen – Mithilfe im Haushalt

Ein positiver Effekt der derzeitigen Einschränkungen ist der Entfall von Terminen außerhalb, wodurch wir mehr Zeit haben. Diese Zeit können wir nutzen, um die ein oder andere Gewohnheit einzuführen oder etwas Neues zu lernen. Ich habe zusammen mit den Kindern eine Liste gemacht. Da finden sich z.B. folgende Vorhaben: Lernen Zöpfe zu flechten, Uhr zu lesen, Schleifen zu binden, dieses oder jenes Buch zu lesen, Kochen, Backen, persönliche Schubladen im Kinderzimmer sortieren… Freunde berichten, dass sie Kästen durchsortieren, Flecken an den Wänden ausbessern, Möbel umstellen, Fotoalben erstellen etc. Ich habe mir außerdem einige Dinge überlegt, die ich ändern kann, um unser Zusammenleben angenehmer zu machen. Der plötzliche „shut down“ entschlackt unseren Alltag und bietet uns die Chance, „nach innen“ zu schauen. Die aktuelle Lage beschert mir eigentlich eine so intensive Fastenzeit, wie ich sie noch nie erlebt habe.

Die nötige Portion Humor

Die ersten Tage in „Quarantäne“ waren wir besonders aufmerksam, was sich in der Welt und bei uns verändern würde. Wir haben schöne Beobachtungen gemacht: Viele Menschen haben scheinbar das Beste aus sich herausgeholt und gehen mit positiven Gedanken in die kommende Zeit. Sie teilen ihre schönen Erlebnisse beispielsweise in sozialen Medien und stecken uns mit ihrer Freude an. Andere starten Initiativen, die den Risikogruppen zu Gute kommen, wie „Einsamkeitstelefone“ oder Einkaufsdienste. Wieder andere schicken wirklich lustige Nachrichten, die einen fast Tränen lachen lassen. Es zeigt sich mal wieder, dass die richtige Portion Humor beim Überleben hilft und Abstand gewinnen lässt. Die Zeiten, in denen man sich daheim auf die Nerven geht und sich nach Abwechslung sehnt, werden bestimmt kommen und dann sind gefüllte Humorspeicher besonders hilfreich. Wir sind in Corona-Tagen natürlich wie sonst auch „aneinandergeraten“ und haben uns wieder versöhnt. Die Kinder und ich versuchen jetzt schneller den „Schalter umzulegen“ und erinnern uns gegenseitig mit dem Codewort daran. Manchmal klappt es dann mit dem Versöhnen nach kürzerer Zeit.

Die Kirche kommt ins Wohnzimmer

Das geistige Leben findet wie der sonstige Alltag auch „privater“ statt. Es hat uns sehr betroffen gemacht, keine Gottesdienste mehr besuchen zu können. Gleichzeitig gibt uns die Sehnsucht nach den Sakramenten eine neue Tiefe und offenbart uns deren Wert in einer anderen Dimension. Die vielen Livestream Angebote, um Hl. Messen mitzufeiern, bei Anbetungen dabei zu sein, Betrachtungen zu hören etc. zeigen uns, wie die Kirche sich um uns kümmert und wie stark die Gemeinschaft auch ohne physische soziale Kontakte tragen kann. Die gewohnten persönlichen Gebets- und Lesungszeiten, an den Alltag mit allen Familienmitgliedern 24/7 daheim angepasst, helfen uns, mit Gott verbunden zu bleiben. Innerliche Stoßgebete gehen immer und gehen niemandem auf die Nerven. Dabei können wir all diejenigen einschließen, die unsere Hilfe brauchen: die Kranken, Einsamen, Verzweifelten, Trauernden, Pflegenden, Streitenden – und das von zu Hause aus, im Stillen… Wir können jetzt lernen wie Menschen zu beten, die von Gott alles erwarten und ihm jeden Wunder zutrauen.

Was bringt die Zukunft?

Die Zukunft ist eigentlich immer ungewiss, aber derzeit mag sie uns noch ungewisser erscheinen. Ich habe einen spannenden Kommentar des Trend- und Zukunftsforschers Matthias Horx gelesen, der eine „Corona-Rückwärts-Prognose“ gibt und Ideen hat, wie wir die Zeit jetzt nutzen können, um im Herbst 2020 in einer besseren Welt zu leben:

»Wenn wir „in die Zukunft“ schauen, sehen wir ja meistens nur die Gefahren und Probleme „auf uns zukommen“, die sich zu unüberwindbaren Barrieren türmen. (…) Re-Gnosen bilden hingegen eine Erkenntnis-Schleife, in der wir uns selbst, unseren inneren Wandel, in die Zukunftsrechnung einbeziehen. (…) Das fühlt sich schon ganz anders an als eine Prognose, die in ihrem apodiktischen Charakter immer etwas Totes, Steriles hat. Wir verlassen die Angststarre und geraten wieder in die Lebendigkeit, die zu jeder wahren Zukunft gehört.« – Probieren wir‘s!

Teresa Suttner-Gatterburg

 

Karwoche 2020

- Die Feier der Hl. Woche -

Pfarrverband Live!
Live-Übertragung von Gottesdiensten aus dem Pfarrverband Retz über die Pfarrverbandswebsite.

PALMSONNTAG, 05.04.2020
08:30 Uhr Hl. Messe - Live Stream Gemeinde Obernalb/Unternalb

GRÜNDONNERSTAG, 09.4.2020
19:00 Uhr Letztes Abendmahl - Live Stream Gemeinde Retz

KARFREITAG, 10.04.2020
19:00 Uhr Leiden und Sterben Jesu - Live Stream Gemeinde Retz

KARSAMSTAG, 11.04.2020
20:00 Uhr FEIER DER OSTERNACHT - Live Stream Gemeinde Retz

OSTERSONNTAG, 12.04.2020
08:30 Uhr Hl. Messe - Live Stream Gemeinde Obernalb/Unternalb


- Die Links zu den geplanten Live Streams werden Ende der Woche freigeschaltet. -

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