#ich hör dir zu  (immer noch und auf neue Weise…)

PAss Maria KrimmelAls ich von meinem Traum für die Fastenzeit erzählt habe, da konnte ich nicht ahnen, dass es tatsächlich so sein würde, dass die Menschen im Retzer Land und darüber hinaus - mittlerweile sind die Länder der ganzen Welt betroffen - in diesen Wochen etwas verbinden würde: das Coronavirus und damit verbunden einschneidende und lebensverändernde Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Neben Verunsicherung bis hin zu großen Existenzängsten vieler Menschen mache ich zunehmend die Beobachtung, dass jetzt auch sehr viel Gutes wächst und aufblüht: Menschen hören auf die Botschaften und Vorgaben der Regierung, es entsteht eine neue Solidarität mit den Älteren und Schwächeren, junge Menschen übernehmen ganz selbstverständlich soziale Aufgaben und Verantwortung, viele Tipps und Hilfen werden angeboten, um jetzt gemeinsam in diese Wochen der Veränderung zu gehen. In Italien wird sogar von den Balkonen gesungen und musiziert, um gegen Trostlosigkeit und Verzweiflung anzukämpfen. Nie da gewesenes Neues entsteht und verbreitet sich (noch rascher als ein Virus). Menschen entdecken die konstruktive Kraft, die in ihnen steckt und die lange träge geschlummert hat…

#ich hör dir zu-Momente in dieser „anderen“ Fastenzeit könnten sein: 

  • Menschen (besonders älteren Menschen) einfühlsam zuhören: eine Liste machen von Personen, die jetzt ziemlich isoliert allein leben, keinen Internet-Zugang haben und sich sehr über telefonische Ansprache freuen – sie öfter anrufen.
  • Aufmunternde Botschaften (statt geschmacklose Witze oder Fake News) und Lieder der Hoffnung verbreiten. Ein musikalischer Ohrwurm mit Hoffnungsbotschaft kann den ganzen Tag erhellen!
  • Struktur in den Tag bringen – vor allem mit Kindern (Geschichten erzählen, alte Fotos anschauen, basteln, Lernfernsehen nützen, Dinge ordnen und aussortieren, Blumen pflanzen, mit Kindern gut im Gespräch bleiben etc.).
  • Dem Aktivismus widerstehen, dass das ganze offline Leben jetzt online stattfinden muss, stattdessen auf die Stimme des Herzens hören: ein Tagebuch der Dankbarkeit schreiben – nicht ständig auf das schauen, was derzeit nicht geht, sondern jeden Tag etwas Neues finden, wofür man sehr dankbar ist (z.B. die leuchtend rote Tulpe im Garten, die fröhlich zwitschernden Vögel, der gemalte Regenbogen der Kinder, das gemütliche Frühstück, der Dank einer Kundin an der Kassa…).
  • Die Kirchenglocken bewusst hören: beim Klang der Glocken in der Früh, zu Mittag, am Abend (so wie früher) Pausen machen, an Gott denken und seine Umarmung spüren.
  • Endlich auf die „Freundschaftsanfrage“ von Jesus reagieren und ihm antworten, zum Beispiel so:
  • Jesus, du gehst mit uns Hand in Hand in diese Zeit der Veränderung. Segne alle Menschen, die jetzt bis zur Erschöpfung arbeiten und alle, die um ihre Existenz fürchten. Segne alle Kranken und Trauernden und all jene, die Angst haben und ihre Liebsten so sehr vermissen! Dein Herz schlägt für uns. Du hörst unsere Bitten, denn du hast Pläne des Heils, eine Zukunft und eine Hoffnung für uns Menschen! Zeige uns völlig neue Wege, um dir und einander wieder nahe zu sein.

PAss Maria Krimmel

 

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