Das war
"30 Jahre Gebet an der Grenze"
"30 Léta modlitba pres hranice"

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Mittwoch, den 27. Juni 2018 fand zum 30. Mal das traditionelle, grenzüberschreitende "Gebet an der Grenze" beim "Hl. Stein" in Mitterretzbach statt, organisiert von der Katholischen Männerbewegung des Dekanates Retz-Pulkautal. Das runde Jubiläum begingen wir diesmal mit einer zweisprachig gehaltenen Festmesse mit Bischofsvikar und Weihbischof Stephan Turnovszky.

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Leider durchkreuzte das Wetter alle wohlgemeinten Pläne; wegen Starkregen musste die Veranstaltung kurzfristig in die Pfarrkirche Mitterretzbach verlegt werden. 14 Priester, unter ihnen Bischofsvikar und Weihbischof Stephan Turnosky, und zahlreiche Gläubige aus Österreich und Tschechien füllten den Kirchenraum bis auf den allerletzten Platz.

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Der Initiator von "Gebet an der Grenze": Hr. OSR Leopold Knell

"Gebet an der Grenze" wurde 1988 vom einstigen KMB-Obmann des damaligen Dekanats Retz, Hrn. OSR Leopold Knell, seinerzeit Hauptschuldirektor in Pulkau, ins Leben gerufen. Leider verstarb der Initiator dieser grenzüberschreitenden Initiative am 18.06.2018 im 97. Lebensjahr, wodurch auch diese Festmesse ganz im Zeichen seines Andenkens stand. Seiner Witwe und anderen anwesenden Familienangehörigen galten unser Dank und unsere Anteilnahme.

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Bischofsvikar und Weihbischof Stephan Turnosky ging in seiner Predigt im ersten Teil auf die Gründungsgeschichte von "Gebet an der Grenze" ein:

Österreicher beteten damals in Sichtweite des Eisernen Vorhangs um Befreiung vom totalitären Regime auf der anderen Seite. Ab Herbst 1989 trat dann tatsächlich die politische Wende ein. Im Juni 1990 konnte Dank endlich offener Grenze und Reisefreiheit die tschechische Seite dann ebenfalls aktiv teilnehmen. Aus einer ursprünglichen Gebetsinitiative an einer Grenze war schließlich ein völkerverbindendes Gebet über Grenzen hinweg geworden, für ein friedliches Miteinander der Völker Europas.

Der zweite Teil der Predigt beinhaltete das "Gebet an der Grenze" im Sinne von eigenen Lebenssituationen im Alltagsleben an einer scheinbar unüberwindbaren Barriere, sei es im Falle von eigenem Versagen oder Schuld, Krankheit, Verlust eines Mitmenschen, Arbeitslosigkeit, materielle Not oder kaputte zwischenmenschliche Beziehungen, besonders in Ehe und Familie. Das Gebet im Vertrauen auf Gott, das uns über so manche persönliche Grenze hinweg helfen kann, wenn wir selber nicht mehr weiter wissen. Das Gebet, das scheinbar Unmögliches dann doch möglich macht, noch dazu fernab unseres begrenzten Wunschdenkens. Das Gebet, das aber auch unsere Beziehung zu Gott definiert und nicht nur zur Anwendung kommen soll, wenn wir von Gott bloß etwas wollen. Gott ist kein Wunschautomat. Sondern das Gebet als unser Kommunikationsmittel mit Gott - in positiven wie auch in negativen Situationen. Möge das Gebet niemals aufhören, sowohl im eigenen Alltag als auch zwischen den Völkern für ein friedvolles Miteinander.

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Nach der Hl. Messe in der übervollen Pfarrkirche Mitterretzbach ging es wetterbedingt zur Agape ins Pfarrzentrum Oberretzbach. Wie jedes Jahr üblich, wurden die Besucher mit Wein aus der Region, Nussbrot und tschechischen Schmankerln umsorgt.

 

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Weiterführende Informationen

Gebet an der Grenze 2018 / Erzdiözese Wien

 

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