reformprozess_7Wozu braucht uns Christus in unserer Pfarre?

Unser Bischofsvikar WB Turnovzsky hat einen Hirtenbrief geschrieben. Was ist das? Das ist eine Art Predigt, die an alle Gläubigen gerichtet ist, für die er Verantwortung trägt (Vikariat Nord). Damit alle das Anliegen des Bischofsvikars hören können, sind die Priester gebeten worden, diesen Brief als Predigt in ihren Gottesdiensten zu verkünden. Ein Hirtenbrief ist stets etwas Besonderes.

Für mich persönlich hat der Hirtenbrief (zum Download siehe unten) zwei Schwerpunkte:

1. Das Paschamysterium als Lebensform Christi, der Kirche und jedes Gläubigen

Das Leben Jesu führte über das Leiden zur Auferstehung. Das ist das Geheimnis des Übergangs (Paschamysterium). "Es bedeutet, dass Tod und Auferstehung zusammen gehören! Gläubige Christen erleben kein problemloses Leben, aber sie können in allen Problemlagen auf die Gegenwart vertrauen. Das Kreuz ist die Mitte unseres Glaubens: Es ist das Doppelzeichen für Leid und Erlösung, für Tod und Auferstehung in einem." Das Leben Christi und damit das Leben der Kirche und das eines jeden Gläubigen ist also geprägt von "dieser geheimnisvollen Bewegung zwischen Bedrängnis und Beistand".

Wenn die Gesellschaft und mit ihr die Kirche große Veränderungsprozesse erleidet, so dürfen gerade wir als Christen wissen: Inmitten der Bedrängnis gibt es Beistand. Alles ist in Gottes Hand geborgen. Christus hat bereits die gesamte Geschichte von uns Menschen hinein genommen in seine Geschichte des Heiles. "So können wir gelassen ans Werk gehen."

2. Wozu braucht uns Christus in unserer Pfarre?

Der Diözesane Entwicklungsprozess fußt auf 3 Säulen: (1) Mission; (2) Jüngerschaft; (3) Zweckmäßige Strukturen. Diese Reihung dieser Säulen hat Bedeutung. Die Kirche ist von ihrem Wesen her missionarisch.

Mission

Sie möchte die Freude mitteilen, "Jesus als Retter und Freund gefunden zu haben!" Die Evangelien sind voll von der Freude, die Menschen erfahren haben, als sie Christus begegneten, der in seinen Worten und in seinen Taten Rettung und Heil gebracht hat. "Diese Freude gilt es weiter zu geben, besonders den Leidenden". Mission kann daher als "Kirche in die Breite" begriffen werden, d.h. "als Kirche für alle Menschen da zu sein."

"Das führt uns zu der Frage: "Wozu braucht Christus uns in unserer Pfarre?" Ich bitte Sie sehr", so ersucht uns unser BV WB Turnovzsky, "sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen!" Über die Beantwortung dieser Frage entdecken wir jene Menschen, für die wir Salz der Erde und Licht der Welt sein sollen.

Jüngerschaft

Gerade wer anderen Menschen das Licht der Welt bringen möchte, merkt die Notwendigkeit, sich selbst immer wieder neu entzünden zu lassen bzw. dieses Feuer zu vertiefen. Darauf macht der Begriff der Jüngerschaft aufmerksam. "Damit ist jede Art der Glaubensvertiefung gemeint". Das so genannte Bibelteilen, wo Gläubige miteinander die Schrift betrachten, um in ihr dem Wort Gottes, Christus, zu begegnen, liegt unserem BV WB Turnovzsky dabei besonders am Herzen. "Nur wer brennt, kann Feuer weiter geben;" nur wer Jesus im Herzen trägt, kann ihn zu anderen bringen.

Gebet 'Leben aus der Taufe'Zweckmäßige Strukturen

Erst dann kommt BV WB Turnovzsky auf die Strukturen zu sprechen und macht über den Begriff der "zweckmäßigen Strukturen" hörbar, dass Strukturen dienenden Charakter haben. Eine Kirche, die zuerst über Strukturen und Pfarrgrenzen etc. spricht, so notwendig diese Diskussion auch ist, dreht die Ordnung um. Mission und Jüngerschaft haben sich nicht der Struktur unterzuordnen, sondern die Struktur soll Mission und Jüngerschaft ermöglichen. Die Leitfrage bleibt also: "Wozu braucht uns Christus in unserer Pfarre?"

Wir stehen in einem Entwicklungsprozess, der als Chance zu begreifen ist. Ja, der Wandel wird auch Krisen bringen, d.h. das Kreuz. Aber wir wissen um die Logik des Paschamysteriums: Durch das Kreuz zur Auferstehung. "Für Christen ist die Zukunft stets größer als die Vergangenheit!"

Unser BV WB Turnovzsky bittet alle Gläubigen, diesen Weg mit ihrem Gebet zu begleiten und schlägt dafür das Gebet "Leben aus der Taufe" vor. Er dankt allen, die sich in den Pfarren einbringen und erbittet für uns alle Gottes reichen Segen.

Pfarrer Clemens Beirer

 

Download

Hirtenbrief Bischofsvikar Weihbischof Turnovzsky im Wortlaut

Hirtenbrief WB Turnovzsky Ostern 2015

Impulse zur Osterzeit als Anregung zum Bibelteilen

Bibelteilen zu Ostern

 

TOP